Mmm! ein Team Brettspiel für Kinder

Auf unserem Berliner Bloggertreffen haben wir von Pegasus Spiele einige verschiedene Spiele erhalten. Wir haben das Spiel Mmmm! ausgewählt und ich war schon gespannt was das bedeutet.

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Beim Auspacken war ich etwas verwundert. Das Spiel ist so anders als man kennt. Ich habe ein zweiseitiges Spielbrett, 56 Mäusechips, 3 große Würfel mit Lebensmitteln, eine schwarze Katze und zwei Anleitungen in Deutsch und Englisch. Bereits auf der Packung strahlten mich zwei Auszeichnungen an: Der Preis von der Wiener Spiele Akademie zum Spiel der Spiele 2015 und Der Kritikerpreis 2016 weil Mmm! zum Kinder Spiel des Jahres nominiert wurde. Es befanden sich insgesamt 3 Spiele auf der Nominierungsliste. Das hat meine Erwartung natürlich entsprechend erhöht.

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Vorerst muss ich zugeben die Anleitung ist lang und komplizierter als das Spiel wirklich ist. Während unseres ersten Spieldurchlaufs haben wir das Spiel ziemlich gut verstanden. Beim zweiten aber auch erst die Logik die das Spiel braucht.

Es geht eigentlich nur darum der lieben Maus zu helfen sich ein paar Vorräte für ihren Besuch zu besorgen. Auf dem Spielbrett sind also Nahrungsmittel zu sehen. Gurke, Möhre, Käse, Brot und Fisch. Beide Seiten haben verschiedene Schwierigkeitsstufen. So hat die Nahrung auf dem 1. Spielplan (Gekennzeichnet durch eine Tatze) nur 2 bis 4 Felder große Stücken. Auf der anderen Seite sind es dann schon 2 bis 5 Felder. Es handelt sich hierbei um ein Teamspiel.

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Hier gibt es also nicht einen Gewinner und einen Verlierer sondern das Team gewinnt oder verliert gemeinsam. Beginnen wir nun also mit dem Spiel. Die Mauschips werden neben das Spielbrett gelegt. Die Katze kommt auf die linke Seite vom Spielbrett. Der erste Spieler beginnt zu würfeln. Die Würfel haben alle Lebensmittel einmal abgebildet und ein rotes X. Dieses X bedeutet du darfst mit diesem Würfel nichts machen. Nun werden also alle drei Würfel genommen und es erscheinen die Nahrungsmittel oder das rote X. Hat ein Spieler nun zwei Käse und eine Gurke auf dem Würfel sind das die Lebensmittel die er auf dem Spielbrett verdecken kann. Zuerst nutzt er die Würfel mit den entsprechenden Lebensmitteln und legt sie auf das passende Lebensmittel vom Brett. Er bespricht diesen Zug mit dem Team. Sobald das Team sein OK gibt legt er statt der Würfel die Mäusechips auf die Lebensmittel. Wichtig ist hierbei ob ein Lebensmittel auf dem Brett komplett abgedeckt wurde.

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 (Im Spiel Abtransport genannt) Nur wenn ein Lebensmittel komplett abtransportiert wurde, bleibt die Katze stehen. Beendet der Spieler seinen Zug ohne ein Lebensmittel komplett abtransportiert zu haben, zum Beispiel nur einen Teil oder nur ein Stück des Käses, geht die Katze einen Schritt weiter. Erreicht die Katze die obere Tür bevor alle Lebensmittel verdeckt sind hat das Team verloren. Wenn alles verdeckt ist bevor die Katze die obere Türe erreicht hat, hat das Team gewonnen. Im ersten Spielverlauf haben wir uns also gedacht Hauptsache wir transportieren alles ab um schnell zu sein. So haben wir also bei drei Malen Käse auf dem Würfel, einen Käse mit nur zwei Feldern dicht gemacht und einen neuen angefangen. Das ist auch so weit ganz richtig. Hat jetzt aber schon ein Käse der aus zwei Feldern besteht einen Chip drauf und man würfelt noch einen Käse und zwei Gurken, haben wir also den Käse und eine Gurke mit je zwei Feldern abtransportiert. Genau das war ein Fehler und so haben wir schnell bemerkt wir verlieren diese Runde.

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Nun haben wir es anders gehandhabt. Kann einer zwei Lebensmittel komplett abtransportiert, darf er nur ein Lebensmittel nehmen damit die Katze nicht vor darf, ansonsten fängt er ein neues Lebensmittel an zu verdecken. Hat der Nächste jetzt also einen Fisch, eine Gurke und ein Brot und alle sind noch nicht angefangen, legt er seine Chips und die Katze darf ein Feld vor weil ja kein Lebensmittel komplett abtransportiert wurde. Wenn man aber in jedem Zug nur eines (solange es so geht) abtransportiert sind die Chancen für den nächsten höher auch eines abtransportieren zu können und de Katze stehen zu lassen. So verschafft man sich ein wenig Zeit. So richtig geklappt hat das bei uns aber erst in der 3. Runde auf dem zweiten (also dem schwereren Feld). Erst als wir die Logik verstanden haben kamen wir voll in Fahrt und das Spiel hat sogar uns Erwachsenen mega Spaß gemacht. Wir haben das Spiel zu dritt gespielt und geeignet ist es sowohl allein wie auch zu sechst.

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Das Spiel ist ab 5 Jahren geeignet und ich finde es sehr wichtig, dass es nicht nur Spiele gibt wo Einer gewinnt und die Anderen verlieren. Gerade in diesem Alter kommt es ja doch oft vor, dass einer sauer ist verloren zu haben und der andere stänkert ihn weil er ja gewonnen hat. So lernen sie spielerisch im Team zu planen, die Züge zu besprechen und können tüfteln und gemeinsam an die Logik kommen. Ist einer im Team mit dem geplanten Zug, der mit den Würfeln gezeigt wird, nicht einverstanden darf der Spieler diesen Zug nicht ausführen. So wird also diskutiert und gezeigt wie es besser wäre. Spielerisch im Team zu arbeiten, eine Problemlösung gemeinsam zu finden, logisch und erwachsen miteinander diskutieren. Das kommt hier ganz automatisch. Meine Brüder haben sich intensiv mit dem Spiel beschäftigt. Ich habe ihnen in einer Übungsrunde erklärt und gezeigt worum es geht dann haben sie beide gemeinsam gespielt. Klar, war der Ton auch mal genervt „Ey, du musst den doch da hinlegen sonst hast du zwei fertig und ich muss die Katze schieben“. Nur ging es hier nicht um das Streiten sondern darum gemeinsam ein Ziel zu erreichen und an einen Strang zu ziehen wodurch der Ton von allein wieder normal wird.

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Es gibt noch einen Tipp um das Spiel aber auch schwieriger zu gestalten. Das ist eine Spielalternative die ab einem Alter von sieben Jahren empfohlen wird. Hierbei werden die Regeln härter. Nun darf nicht mehr jeder Würfel auf jedes Feld vom Spielbrett sondern sie dürfen nur noch in ein und der selben Zeile oder Spalte platziert werden. Sie müssen also auf einer Linie zu einander sein. Wenn der Würfel nun also wie im Beispielbild liegt dürfen die anderen Beiden nur noch in der Linie a oder b platziert werden. Es zählt hierbei aber nur die vorher abgemachte Regel ob die selbe Zeile oder Spalte. In der ersten Runde würde ich sogar noch beides empfehlen um die Kinder langsam in diese Richtung des Spiels zu begleiten.

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Unser Fazit ist hier ganz klar eine Kaufempfehlung. Das Spiel macht so viel Spaß und fördert spielerisch einen Zusammenhalt. Es zeigt, dass es wichtig ist auch etwas gemeinsam zu können und miteinander zu sprechen. Es macht auch uns Erwachsenen mächtig Spaß. Mmm“ wurde von Reiner Knizia ins Leben gerufen und Pegasus Spiele hat das Spiel zurecht in den Verlag genommen. Es macht einfach einen riesigen Spaß. Eine Runde dauert ungefähr 15 – 20 Minuten und ist für ca. 20 Euro im Shop von Pegasus erhältlich. Wir haben eine Menge Spaß gehabt und werden Mmm! jetzt öfter zum Spielabend mit den Kids raus holen.

*Kostenfreies Testprodukt*

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